#72 – Notburga Kunert: Vernetzen, um erfolgreich zu sein

Notburga Kunert

100 Jahre Frauenwahlrecht ist zunächst ein Grund dankbar zu sein – den Frauen gegenüber, die sich eingesetzt haben für die Frauenrechte, die sich durch Widerstände und Anfeindungen nicht von dem Ziel abbringen ließen und die uns den Weg in eine bessere, unabhängigere Zukunft geebnet haben!

Sie waren es, die nach dem errungenen Frauen-Wahlrecht weitere Schritte für die Gleichstellung erst möglich machten. Und so gebührt bei einem solchen Jubiläum auch den „vier Müttern des Grundgesetzes“ Elisabeth Selbert, Helene Weber, Frieda Nadig und Helene Wessel Respekt und Anerkennung; sie schlossen sich partei-übergreifend zusammen, um Artikel 3, Abs.2 ins Grundgesetz zu integrieren: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“. Dies war ein großer Schritt vorwärts, dem viele kleinere folgten – wie zum Beispiel der, dass Frauen nicht mehr die Unterschrift ihres Ehemannes benötigten, wenn sie erwerbstätig sein wollten.

Doch es gibt noch viel zu tun

Ich erinnere an ungleiche Bezahlung bei gleicher Tätigkeit zwischen Frauen und Männern, die geringen Frauen-Quoten in Aufsichtsräten, gehobenen Stellungen oder in der Politik. Frauen sind nach wie vor unterrepräsentiert in den Gremien. Wenn Frauen die Hälfte der Gesellschaft ausmachen, müsste dann nicht auch eine gewisse Parität in Führungspositionen herrschen? Aber es geht nicht nur um die Gleichstellung – Frauen haben eine andere Sicht auf die Dinge und Problemstellungen. Unterschiedliche Betrachtungsweisen können indes vielseitige Lösungsansätze bieten. Und es gibt politisch, kirchlich und gesellschaftlich eine Menge an Problemen zu lösen!

Damit mehr Frauen in den unterschiedlichsten Bereichen Führungsaufgaben übernehmen können, -müssen wir immer wieder an sie appellieren, sich einzubringen; -müssen wir für Mitstreiterinnen werben, -müssen wir uns vernetzen, um erfolgreich zu sein (auch hier erinnere ich gerne an die „Mütter des Grundgesetzes“), – muss uns das gute Beispiel der Frauen, die uns bis hierher gebracht haben, Anregung und Mut sein!


Über die Autorin

Notburga Kunert, verheiratet, vier erwachsene Kinder, staatl. geprüfte Erzieherin. Nach der Eheschließung habe ich mich bewusst für die Familienphase entschieden. Um dennoch am gesellschaftlichen Leben mitzuwirken, übernahm ich Ehrenämter – in der Kirche (der christliche Glaube ist für mich sehr wichtig und auch prägend) und in Vereinen. Nachdem die Kinder „flügge“ wurden, hat mich die politische Arbeit gereizt – selber zu gestalten und mitzuwirken.

Ich wurde Rats- und Kreistagsmitglied und arbeite in diesen Mandaten bis heute. Seit einigen Jahren bin ich 1. stv. Landrätin des Rhein-Sieg-Kreises. Besonders hat mich gefreut, dass ich 2009 (aus Anlass des 60jährigen Bestehen des Grundgesetztes) für mein engagiertes Wirken in der Kommunalpolitik seitens der Bundesministeriums FSFJ mit dem Helene Weber-Preis ausgezeichnet wurde. Dieser Preis hat mir neue Wirkungsräume und Vernetzungsmöglichkeiten eröffnet, durch die ich sehr viele Erfahrungen mache, aber auch Frauen ermutigen kann, sich einzubringen.

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