#65 – Roswitha Alterhoff: 100 Jahre Frauenwahlrecht! So lange schon!

Roswitha Alterhoff

Dazu fällt mir ein: Mein Vater (Jahrgang 1900) sagte immer: „Wir wählen…“ Dann folgte seine bevorzugte Partei. Mit „Wir“ meinte er ebenfalls meine Mutter (Jahrgang 1906). Viel später hat sie mir gestanden: „Ich habe immer eine andere Partei gewählt als er.“ Aber sie hat ihm den Glauben der Gemeinsamkeit gelassen.

Sie war eine kluge Frau und realistisch. Als ich mich für das Theologiestudium entschied, meinte sie: „Du wirst es schwer haben unter all den Männern.“ Es wurde nach der Ordination ein langer Weg, für mich ein sehr erfülltes Berufsleben, aber auch mit Dornen. Es ist so viel erreicht worden in den letzten 100 Jahren, aber immer noch haben Frauen Nachteile, in der Bezahlung, in leitenden Positionen, in der gerechten Aufteilung der Familienarbeit.

Es gibt noch viel zu tun.

Fotonachweis: ekkw


Über die Autorin

Die am 10. Juni 1945 in Schönbach/Kreis Eger im heutigen Tschechien geborene Roswitha Alterhoff wuchs in Kirchhain bei Marburg auf. 1970 bestand sie als einzige Frau in ihrem Jahrgang das erste Theologische Examen. Danach war sie Pfarrerin in der Gemeinde Solz bei Bebra. 1980 bis 1986 wirkte sie als Studienleiterin an der Evangelischen Akademie in Hofgeismar.

1986 wurde sie als erste Frau Dekanin sowie 1990 als erste Frau als Pröpstin in die Landeskirche berufen. Sie war damit die zweite Theologin in Deutschland, die bischöfliche Handlungen, wie etwa Ordinationen, ausführen durfte. Ab dem 01.02.2003 war sie bis zu ihrem Ruhestand die erste Frau, die Prälatin und damit «Personalchefin» der Pfarrerinnen und Pfarrer wurde.

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