#52 – Dr. med. Cornelia Klisch: Danke!

Dr. med. Cornelia Klisch

Da war es also soweit: 2009 zog ich das erste Mal in das Erfurter Rathaus als Stadträtin der SPD ein. Der große neogotische Saal, das alte Gestühl, hochherrschaftliche Fenster, etwas dunkel, feierlich eben. Ich kannte den Ratssaal schon aus der Schulzeit, wir hatten damals ein Projekt zum Aufbau der Demokratie gemacht.

All meine Vorstellungen über Veränderungen der Gesellschaft, welche große Persönlichkeiten hier schon gesessen haben und wie ich jetzt unmittelbar die Geschichte und Entwicklung von Erfurt mitlenken sollte, gingen mir damals durch den Kopf.

Es wurde mir etwas mulmig… von meiner Stimme, meinem Wissen, meiner Überzeugung würde es jetzt abhängen, wie sich Erfurt entwickelt.
Nun bin ich seit über neun Jahren in unserem Stadtparlament. Ich habe gelernt, was Drucksachen und Anfragen sind, weiß um die parlamentarische Ordnung, die Fraktionen und deren Spielregeln, weiß um die kleinen Möglichkeiten der Veränderung und die schier unendlich scheinenden bürokratischen Abläufe.

Wie Brecht sagt, „die Mühen der Ebene“.

Dabeisein ist keine Selbstverständlichkeit

Viele Illusionen sind geplatzt, aber auch viele neue Ideen und Projekte haben sich eingestellt.

Dass ich aber überhaupt dabei sein darf, verdanke ich den mutigen Frauen vor 100 Jahren und meiner Partei! Denn es waren Sozialdemokraten wie August Bebel, die sich dafür stark machten, dass Beteiligung an Gesellschaft nur gerecht ist, wenn jedes Mitglied der Gesellschaft (ob Frau oder Mann) die Möglichkeit zu Beteiligung erhält.

Das macht mich wirklich immer wieder sehr stolz. Und es hilft mir über die Zweifel und Hürden im Politik-Dschungel immer wieder hinweg.
Kommunalparlamente gestalten mein und unser unmittelbares Lebensumfeld, ich bin dabei!


Über die Autorin

Dr. med. Cornelia Klisch ist Fachärztin, Mutter zweier Kinder und seit 2009 Stadträtin in Erfurt.

Als Ärztin steht Cornelia Klisch für fachliche Kompetenz zur Stärkung und Verbesserung des Medizin- und Pflegesektors in Thüringen. Ebenfalls setzt sie sich für den Erhalt und die Förderung der Thüringer Kulturlandschaft, des Tourismus im ganzen Land sowie für Bürgernähe und -beteiligung ein.

4 Kommentare

  1. es ist immer sehr wichtig, dass sich Frauen nicht nur im gesellschaftlichen, sondern ebenfalls im politischen engagieren. Gerade in der SPD, ist diese Arbeit sehr wichtig, da es leider immer mehr Einflussnahme durch äußere Kräfte gibt.

    Der Kommentar von dem Benutzer Danilo Z., ist nicht mehr aufrufbar. Besteht die Möglichkeit mehr über dessen Inhalt zu erfahren? Wie hoch ist der Wahrheitsgehalt dieses Kommentars zu bewerten? Es war in diesem Kommentar die Rede von mehreren Strafverfahren und einem verendetem Menschen? Welcher Zusammenhang besteht zu der Autorin dieses Artikels?

    1. Elonore, ja mein Kommemtar wurde leider wegen der Zensur gelöscht. Leider ist im Netzwerk der „Frauen Netzwerken“ die Wahrheit nicht so beliebt wie man annehmen sollte. 2019 ist in Erfurt Stadtrat und Landtagswahl, und wie man sieht darf über die Kandidat_innen, die sich zur Wahl stellt nicht geredet werden. Mein Kommentar entsprach zu 100% dem was erlebt wurde, entsprechende Aktenzeichen können beigefügt werden.

      1. Danilo Z., danke für Ihre Antwort. Ich hatte dies, was Sie in Ihrem Kommentar ansprachen, in unserer Frauengemeinschaft angesprochen. Denn wie Sie Herr Danilo Z. anmerkten, ist nächstes Jahr in Erfurt Wahl. Leider sind in der Kommunalpolitik nicht viele Frauen vertreten. Deshalb ist jede Frau, die sich entschließt politisch in dieser Art Aktiv zu sein, natürlich vertretend für uns Frauen, auch jede einzeln ein entsprechendes Aushängeschild.
        Frau Dr. Cornelia Klisch ist mir bekannt und genießt auch ein entsprechendes Vertrauen, aber wenn so etwas in Erfahrung gebracht wird, wie Sie es schildern, dann muss ich persönlich anmerken, das ist ja schrecklich.

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,
    der Blog „frauen.netzwerken“ ist ein zeitgebundenes Forum zum Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht“, in dem wir über die Gleichstellung von Frauen diskutieren. Der gelöschte Kommentar von Herrn Danilo Z stand in keinem thematischen Zusammenhang zum Thema dieses Blogs und gehört insofern nicht hierher. Darüber hinaus stellte er Behauptungen auf, welche die Autorin in einer Form diskreditieren, die nicht in die öffentliche Diskussion eines solchen Blogs gehören – konsequenterweise wurde der Kommentar an dieser Stelle gelöscht. Insofern bitten wir um Verständnis, dass Sie andere Sachverhalte bitte an anderer dafür passender Stelle diskutieren. Viele Grüße und Danke für Ihr Verständnis.

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