#30 – Portrait: Louise Otto-Peters (1819-1895)

LOUISE OTTO-PETERS

Louise Otto-Peters wird am 26.03.1819 in Meißen geboren. Im Alter von 21 Jahren schreibt sie das Gedicht die Klöpplerinnen, welches wegen seines sozialkritischen Inhalts große Empörung auslöste Im Jahre 1843 veröffentlichte Louise Otto-Peters ihren ersten Roman „Ludwig der Kellner“. Im gleichen Jahr schrieb sie einen Leserbrief in den „Sächsischen Vaterlandsblättern“. Der Inhalt dieses Leserbriefes löste Aufregung aus. Dem Brief war folgendes zu entnehmen: „Die Teilnahme der Frauen an den Interessen des Staates ist nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht“. Sie forderte damit die Verbesserung der politischen Stellung der Frau und einen Zugang der Mädchen und Frauen zu Bildung.

Publikationen von Louise Otto-Peters

Unter dem männlichen Synonym Otto Stern publizierte Sie von 1843-1845 gesellschaftskritische Schriften und forderte darin die Arbeitswelt für bürgerliche Frauen zu öffnen und die Situation der arbeitenden Frauen zu verbessern. 1846 erscheint der Roman „Schloss und Fabrik“, welcher nach einer Zensur neu aufgelegt wurde. 1847 veröffentlichte Louise weitere frauenpolitische und sozialkritische Gedichte, welche erscheinen in: „Lieder eines deutschen Mädchens“. In dem Buch „Vorwärts. Volkstaschenbuch für das Jahr 1847“ (Robert Blum) erscheint der von ihr geschriebene Artikel „Über die Teilnahme der Frauen am Staatsleben“ mit Forderungen nach einer rechtlichen Gleichstellung der Geschlechter.

Lex Otto – ein Gesetz mit massiven Konsequenzen für Louise Otto-Peters

Im Jahre 1850 trat im Königreich Sachsen [später auch in Preußen] ein Pressegesetz in Kraft, welches nur dort wohnenden männlichen Personen erlaubte die Redaktion und somit Leitung einer Zeitschrift zu übernehmen. Durch diese als „Lex Otto“ eingegangene Verordnung bekam Louise (als einzige Redakteurin im Land) Berufsverbot. Die von ihr herausgegebene Zeitung „Frauen-Zeitung [1851-1853 weitere Auflagen mit Titelzusatz: Organ für die höheren weiblichen Interessen. Begründet und fortgesetzt von Louise Otto.]“ musste damit eingestellt werden. Durch die Einstellung der Herausgabe der Zeitung bestanden nur noch Frauenzeitschriften, die sich mit Mode und Vereinen, die dem Wohltun für andere Menschen dienen sollte, auseinandersetzen.

Gründung des „Allgemeinen deutschen Frauenverein“ (ADF)

Im Jahre 1865 war sie eine der Mitbegründerinnen und erste Vorsitzende des Leipziger Frauenbildungsvereines. Im gleichen Jahr gründete sie mit Auguste Schmidt und Marie Löper-Houselle auf der Gesamtdeutschen Frauenkonferenz in Leipzig den „Allgemeinen deutschen Frauenverein“ (ADF) unter dem Motto „Dem Reich der Freiheit werb’ ich Bürgerinnen!“ mit der Zeitschrift „Neue Bahnen“ mit dem Ziel die Rechte der Frau auf Bildung, Erwerbsarbeit und Zugang zum Universitätsstudium zu fördern. Die Gründung des ADF wirkte. Im ganzen deutschen Reich wurden weitere Frauenbildungsvereine gegründet, die sich dem ADF als Dachorganisation anschlossen. Durch diesen Schritt war die organisatorische Stufe der deutschen bürgerlichen Frauenbewegung erreicht.

Im Jahre 1866 erschien die Schrift „Das Recht der Frauen auf Erwerb“.

Louise Otto-Peters Preis der Stadt Leipzig: Preis zur Würdigung besonderer Leistungen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern

Seit dem Jahre 2015 wird von der Stadt Leipzig der Louise Otto-Peters Preis verliehen. Der Preis ist nach Louise-Otto Peters benannt, aufgrund ihrer Lebensleistung, ihrem unermüdlichen Engagement für Frauenrechte in Politik, Literatur und Bildung. Die Auszeichnung ist zur Würdigung besonderer Leistungen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern bestimmt. Der Preis wird jährlich im Wechsel an eine Organisation oder eine Person vergeben. Die Auszeichnung wird in diesem Jahr zum vierten Mal am Montag, den 15.10.2018 an die feministische Rapperin Sookee verliehen.


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