#26 – Nadine Schön: Warum der digitale Wandel Frauensache ist

Nadine Schön MdB CDU

Das 100-jährige Jubiläum zum Frauenwahlrecht lädt dazu ein, zurückzublicken: Couragierte Frauen legten mit ihrem Einsatz die Grundlage dafür, dass Frauen heute nicht nur Wählerinnen und Gewählte, sondern auch Bundeskanzlerin, Richterin oder Vorstandsvorsitzende sind. Das 100-jährige Jubiläum zum Frauenwahlrecht muss uns aber auch dazu animieren, die Rolle der Frau in der Zukunft einzuordnen. Ein Aspekt, den wir dabei nicht vernachlässigen dürfen, ist eine der größten Umwälzungen unserer Zeit: die digitale Revolution.

Das Beste aus dem digitalen Wandel herausholen

Ob man die Digitalisierung nun gut findet oder nicht – wir werden nicht an ihr vorbeikommen. Deshalb müssen wir uns fragen, wie wir aus dem digitalen Wandel das Beste –auch für uns Frauen– herausholen können. Als Digitalpolitikerin habe ich den Eindruck, dass die Digitalisierung in unserem Alltag angekommen ist, dass wir uns im Klaren darüber sind, dass sie unsere Arbeitsweise ändern wird – aber dass die frauenpolitische Dimension der Digitalisierung noch weit unterschätzt wird.

Werden Frauen durch die Digitalisierung sichtbarer oder unsichtbarer? Von Algorithmen begünstigt oder diskriminiert? Wahrscheinlich ist beides möglich. Gerade deshalb müssen wir Frauen uns all diese Fragen stellen und selbst Initiatorinnen und Mitgestalterinnen werden.

Für Frauenverbände, Netzwerke und Zusammenschlüsse ist es deshalb höchste Zeit, sich mit der frauenpolitischen Dimension der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Vorreiterinnen, wie Women in Digital, sind schon lange dabei, insbesondere die Chancen für Frauen im digitalen Wandel auszuloten. Auch der Deutsche Frauenrat, Dachverband von rund 60 Frauenorganisationen, ging mit gutem Beispiel voran und machte das Thema zum Schwerpunkt seiner Jahrestagung.

Enquete Kommission zur Künstlichen Intelligenz

Im Deutschen Bundestag hat vor wenigen Wochen die Enquete Kommission zur Künstlichen Intelligenz zum ersten Mal getagt. Untersucht wird in den kommenden zwei Jahren, wie Künstliche Intelligenz unser gesellschaftliches Zusammenleben, die deutsche Wirtschaft und die zukünftige Arbeitswelt beeinflussen wird. Als Stellvertretendes Mitglied dieses Gremiums werde ich darauf drängen, dass wir die Sitzungen auch dazu nutzen, um über die Rolle von Frauen in einer sich zunehmend digitalisierenden Welt zu sprechen.

Vor 100 Jahren haben engagierte Frauen dafür gekämpft und gestritten, dass sich etwas in unserer Gesellschaft ändert. Erst durch diese Frauen habe ich die Möglichkeit, zu wählen und sogar selbst gewählt zu werden. Als gewählte Abgeordnete im Deutschen Bundestag versuche ich deshalb meinen Teil dazu beizutragen, dass Frauen Männern gleich gestellt sind und folglich auch gleichberechtigt behandelt werden. Für die nahe Zukunft wünsche ich mir, dass Frauen die digitale Welt aktiv mitgestalten.

Fotograf Coverbild: Tobias Koch


Über die Autorin

Die Saarländerin Nadine Schön ist für die CDU Mitglied des Bundestages sowie Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes Tholey. Als Mitglied im CDU-Kreisvorstand St. Wendel sowie als Stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Saar liegt ihr der Kontakt zwischen ihrer Heimat und der politischen Arbeit in Berlin sehr am Herzen. Nadine Schön ist ebenfalls im Landes- sowie im Bundesvorstand der Frauen Union aktiv. Nadine Schön ist verheiratet und hat zwei Söhne.

 

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