#75 – Cornelia Schäffer: 100 Jahre Soroptimist International

Cornelia-Schäffer Portrait

Fast zeitgleich werden das Frauenwahlrecht in Deutschland und Soroptimist International 100 Jahre alt. Und natürlich gibt es da einen Zusammenhang! Um Verbesserungen zu erreichen müssen wir Frauen zusammenstehen und gemeinsam – vernetzt – aktiv sein. So können wir unsere Kräfte bündeln.

Frauen ein gleichberechtigtes Leben zu ermöglichen, treibt nach wie vor viele Frauen an. Mit einem kleinen Blick zurück sehen wir kalifornische Frauen bereits 1921 mit der Idee von Frauensolidarität in die Öffentlichkeit treten. Optimistisch in die Zukunft schauen zu können, war nicht vielen Frauen möglich, gab es doch diesseits und jenseits des Ozeans mannigfaltige ‚Behinderungen‘ allein durch das Geschlecht Frau. So kam der Name für eine Organisation zustande, die sich als weltweite Stimme für Frauen und Mädchen versteht und sich für gesellschaftspolitische Verbesserungen der weiblichen Lebensbedingungen einsetzt, Soroptimist International. Zwei historische Bausteine wurden 1921 miteinander verknüpft, sorority (von latein. soror: Schwester) und Optimist (von latein. optimus: am besten). Das bedeutet für uns, was wir tun, tun wir am besten als Schwestern.

Soroptimist: Verbundenheit und Solidarität

So signalisiert unser Name Verbundenheit und Solidarität. Um das historische Andenken zu wahren, führen wir diesen Namen selbstbewusst weiter. Wir sind in Deutschland in Clubs organisiert und insgesamt 6500 Mitglieder. Soroptimist International hat als Nichtregierungsorganisation (NGO) allgemeinen Konsultativstatus u.a. beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen, ist mit Repräsentantinnen z.B. bei der WHO, dem UNHCR, der UNESCO und UNICEF in New York, Genf, Wien und Paris vertreten. Wir nutzen hier unser Mitspracherecht und mischen uns ein – Seite an Seite mit anderen Frauenorganisationen.

Weltweite Vernetzung

Unsere Vernetzung geht über die nationale Ebene hinaus und gilt europaweit und natürlich auch weltweit – wo immer eine Soroptimistin lebt, was immer sie arbeitet, da können wir uns vernetzen – auch zwischen den Generationen. Schließlich sollen Errungenschaften auch den jungen Frauen uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

Meine Zukunftsvision von schwesterlicher Solidarität ist:

  • uns gegenseitig noch besser unterstützen, ohne beleidigt zu sein
  • den Blick gemeinsam auf die Aktivitäten zu richten, die unser Leben und das aller Frauen verbessern
  • uns auf beruflicher Ebene in Augenhöhe zu begegnen
  • unsere Rolle auch als Führungsfrauen souverän einzunehmen
  • uns nicht schuldig fühlen für unsere Erfolge, sondern sie gemeinsam zu feiern und die Freude über Erreichtes teilen

Frauen haben viel geopfert und sind große Risiken eingegangen, um uns die Mitgestaltung der Gesellschaft rechtlich und sozial zu ermöglichen. Es ist immer wieder nötig, die Leistung dieser Frauen zu würdigen! So z.B. Emmeline Pankhurst, die 1903 in Großbritannien die Women’s Social and Political Union gegründet hat und zur Leitfigur der Suffragetten wurde, Clara Zetkin und Rosa Luxemburg, deren Einsatz einer selbstbestimmten, internationalen Frauenbewegung den Weg ebnete und denen wir den Internationalen Frauentag. Nicht zu vergessen, Elisabeth Selbert, deren Einsatz wir die rechtliche Grundlage zur Gleichstellung von Männern und Frauen verdanken.

Zum Schluss möchte ich Madeleine Albright zitieren, sie war von 1997 bis 2001 Außenministerin der USA und die erste Frau in diesem Amt. „There is a special place in hell for women who don’t help other women.“ So in ihrer Rede 2006 bei der Women’s National Basketball Association.


Über die Autorin

Cornelia Schäffer engagiert sich seit rund 15 Jahren aktiv bei Soroptimist International, als Gründungspräsidentin des Clubs Kassel Bad Wilhelmshöhe, als Vizepräsidentin SI-Deutschland 2015 – 2017 und als Gouverneurin 2017 – 2019. In diesem Amt vertritt sie SI-Deutschland auf der Föderationsebene. Ursprünglich ist Cornelia Schäffer Lehrerin, seit den 90er Jahren selbständig als Auditorin für Managementsysteme, als Beraterin für Prozessoptimierung und als Coach. Schäffer ist 60 Jahre alt und lebt sehr gern in Kassel, auch wenn ihre Geburtsstadt viel weiter südlich liegt.

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